4. Soul Preacher Night

Die preisgekrönte Jazzkantine trifft auf den legendären Saxophonisten Pee Wee Ellis.

Wie bei Jazzmatazz, dem Projekt des New Yorker Rappers Guru, startete die Jazzkantine in den 90er Jahren als lockeres Zusammenwirken von Musikern aus verschiedenen stilistischen Lagern. Teilweise waren damals über 30 Musiker beteiligt, die trotz Alterunterschieds und unterschiedlichem Background – vom DJ bis zum Jazzakademiker – eine homogene, elegant-groovige Melange aus Funk, Soul, Jazz und Hip-Hop hinzauberten. Vor Experimenten, auch wenn sie noch so abwegig erschienen, schreckte die Formation rund um den Bassisten und Produzenten Christian Eitner nie zurück. Die Gruppe arbeitete mit Musikern wie Götz Alsmann, Till Brönner, Joo Kraus, Bill Evans, Gunter Hampel, Wu-Tang-Clan, Smudo, Edo Zanki oder Xavier Naidoo zusammen, wagte sich an Musik für zeitgenössisches Ballett und beteiligte sich an ambitionierten Musiktheaterproduktionen.

Auch das jüngste Album der ECHO-Preisträger, „Jazzkantine spielt Volkslieder“, Nachfolger von „Hell’s Kitchen“ das Platz 1 der deutschen Jazzcharts erreichte und den Jazz Award des Bundesverbandes Musikindustrie für 40.000 verkaufte Alben erhielt, unterstreicht einmal mehr die Experimentierlust der Gruppe. In oft verblüffenden Interpretationen überführen die Musiker deutsche Volks-, Kinder-, Wander-, und politische Lieder, darunter „Bi-Ba-Butzmann“, „Die Gedanken sind frei“, „Wenn ich ein Vöglein wär“, „Im Frühtau zu Berge“, „Kein schöner Land“ und sogar Beethovens „Ode an die Freude“ in ihren unverwechselbaren Jazz-Sound. Dabei erhielt die Band im Studio prominente Unterstützung von der „De Phazz“-Sängerin Pat Appleton, von Sam Leigh-Brown und Nils Landgren. Der schwedische Posaunist ist neben Pee Wee Ellis beim Auftritt der Jazzkantine am 14.3. beim Burghausener Jazz-Festival.

Bereits einen Tag zuvor bringt sich die Band für diesen Auftritt mit einem exklusiven Benefiz-Konzert im Rahmen der vierten Soul Preacher Night in Stimmung. Nils Landgren ist zwar nicht dabei, dafür aber der ehemalige musikalische Leiter der James Brown Band, Pee Wee Ellis, der lange Jahre als Saxophonist und Mitglied der J.B. Horns für den knackig-funkigen Sound des „Godfather Of Soul“ verantwortlich zeichnete. Zuletzt stand Ellis im November 2010 mit seiner Band bei der 2. Soul Preacher Night auf der Bühne der Pauluskirche und begeisterte die Bonner Soul-, Funk- und Jazzgemeinde mit einem dynamischen, mitreißenden Konzert, bei dem er auch Stücke aus seinem Album „Tenoration – From Jazz To Funk And Back“ vorstellte, das er kurz danach in Bonn in den Hansastudios einspielte.

Text von Volkard Steinbach

 

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